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Kleinkredite

Augen auf bei Null-Prozent-Finanzierungen

Kleinkredite

Fast jeder hat solche Situationen schon erlebt. Die Waschmaschine gibt unvermittelt den Geist auf, das Auto macht plötzlich komische Geräusche oder der Kaminkehrer beanstandet die alte Ölheizung. Dort wo eine teure Reparatur nicht mehr lohnt, muss nun für eine Neuanschaffung tiefer in die Tasche gegriffen werden. Dies mag für viele Bundesbürger zwar ärgerlich sein, existenzbedrohend ist es jedoch selten. Allerdings gibt es auch immer mehr Deutsche, die über keine oder keine nennenswerten finanziellen Reserven verfügen. Fast 30 % aller Menschen über 18 Jahren leben mehr oder weniger von der Hand in den Mund. Die Ersatzbeschaffung von elementaren Konsumgütern wird für diese Bevölkerungsgruppe damit zu einem finanziellen Drahtseilakt, denn die Finanzplanung für die kommenden Wochen oder Monate erlaubt meist keine unvorhergesehenen Investitionen.

Letzter Ausweg Kleinkredit  

Wer keine eigenen Reserven hat, muss sich das Geld leihen. Gerade bei besonders kleinen Kreditsummen bis 5.000 Euro ist manchmal die Verlockung sehr groß, auf einen bereits eingeräumten oder recht unkompliziert beantragten Dispositionskredit zurückzugreifen. Doch Vorsicht! Diese Kreditlinien oder gar deren geduldete Überziehung sind die teuerste Kreditform überhaupt. Eine Inanspruchnahme des Dispokredits eignet sich im Grunde nur für sehr kurzfristigen Finanzbedarf, also in Fällen, in denen die Rückzahlung in maximal ein bis zwei Monaten geleistet werden kann, beispielsweise durch Lohnsonderzahlungen.

Die deutlich bessere Alternative ist hier, auf einen Ratenkredit zu setzen. Dieser ist in jedem Fall deutlich günstiger als der Dispokredit und läuft viel strukturierter ab, da die festen monatlichen Raten genau kalkuliert werden können. Die Beantragung eines Onlinekredits ist hier meist sinnvoller als verschiedene Filialbanken aufzusuchen, um die Angebote zu vergleichen. Denn diese sind oft wenig begeistert ob des großen Aufwandes für eine vergleichsweise geringe Summe und erheben daher meist hohe Bearbeitungsgebühren. Onlinekredite mit geringen Summen dagegen sind oft zu günstigeren Konditionen zu erhalten, da mit abnehmendem Kreditbetrag und der damit verbundenen kürzeren Laufzeit auch das Risiko für den Kreditgeber sinkt.

Ein Vorteil des Kleinkredits liegt auch darin, dass die ausbezahlte Summe nicht zweckgebunden ist. Es spielt daher keine Rolle, wofür das Geld verwendet wird. Wer also trotz fehlender finanzieller Reserven eine besonders kostspielige Geburtstags- oder Hochzeitsfeier veranstalten möchte, muss sich nicht dafür rechtfertigen.

Vergleich zu Händlerfinanzierungen

Heutzutage bieten die meisten Händler auch für relativ kostengünstige Produkte eine Finanzierungsmöglichkeit an. Man sollte sich immer darüber im Klaren sein, dass die Anbieter nicht urplötzlich ihr weiches Herz für den Verbraucher entdeckt haben, indem sie sogenannte Null-Prozent-Finanzierungen anbieten. Vielmehr geht es darum, den Umsatz zu steigern, indem subventionierte Kredite mitverkauft werden. Tatsächlich hat eine Studie des Bankenfachverbands ergeben, dass fast zwei Drittel aller kreditfinanzierten Einkäufe nur deshalb getätigt wurden, weil die Möglichkeit zur Ratenzahlung bestand. So gesehen gaukeln diese vermeintlichen Topangebote dem Konsumenten vor, sich Dinge leisten zu können, die er sich eben nicht leisten kann und in vielen Fällen auch gar nicht benötigt. Dazu kommt, dass eine Null-Prozent-Finanzierung trotz Nullzins nicht automatisch null Kosten bedeutet, denn oft fallen zusätzlich zum Kaufpreis noch Bearbeitungsgebühren, Kontoführungsgebühren oder Beiträge für Restschuldversicherungen an. Die größte Gefahr besteht für den Verbraucher aber darin, zu viele dieser angeblich lukrativen Null-Prozent-Finanzierungen gleichzeitig abzuschließen, so dass der Überblick über die eigenen Finanzen schnell verloren geht und im schlimmsten Fall eine Überschuldung eintritt.

 

Foto: iStock 503154329 von Ridofranz