Johannes Wilkes

Autor („Das kleine Westfalenbuch“)

„Bei der Wahl von Kosenamen umschmeichelt der Münsterländer seine Angebetete gerne mit Tiernamen. Meist handelt es sich um putzige Geschöpfe, welche jedoch im Laufe der Beziehung immer größer zu werden pflegen. Bei Jungverliebten ist das Mäusken beliebt, das Hasilein oder die Schnecke. Vorsicht! In den meisten Fällenwird der junge Mann tatsächlich ein niedliches Tierchen im Sinn haben – es könnte sich aber auch anders verhalten. Am 22. Februar 1895 fand Heinrich Ettmann in einem Steinbruch bei Seppenrade den bis heute größten Ammoniten der Welt, sein Alter schätzt man auf 80 Millionen Jahre. ,Parapuzosia seppenradensis‘ nennt die Fachwelt die Monsterschnecke. 2009 wählte man sie zum ,Fossil des Jahres‘. Um es von seinem Fundort nach Münster zu kutschieren, sind sechs Pferde notwendig gewesen. Die Schnecke hat einen Durchmesser von 1,80 Metern und wiegt 3,5 Tonnen. Wenn ein Münsterländer seinem Mädchen ,Schnecke!‘ ins Ohr flüstert, kann sich also durchaus eine Nachfrage empfehlen. Oder ein Besuch im LWL-MUSEUM FÜR KUNST UND KULTUR, wo die Riesenschnecke gleich neben dem Eingang bewundert werden kann. Ohne Eintritt zu bezahlen.“

« zurück